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Schweizer Familie

«Wer viel sitzt, ist besonders betroffen»

«Wer viel sitzt, ist besonders betroffen»

Interview Jeanne Fürst und Fabienne Eichelberger, 18. Juni 2026

(Symbolbild: iStock)

Schmerzen die Sehnen im Fuss, liegt häufig eine Über- oder Fehlbelastung vor. Meist lassen sich die Beschwerden ohne Operation behandeln, sagt der Chirurg Stephan Wirth.

Stephan Wirth ist Leiter des Universitären Fusszentrums an der Universitätsklinik Balgrist.

Stephan Wirth, welche Sehnen verursachen an den Füssen die meisten Probleme?
Die Achillessehne ist besonders anfällig. Aber auch die sogenannten Peronealsehnen, die an der Fussaussenseite verlaufen und das Sprunggelenk stabilisieren, sowie die Tibialis-anterior- Sehne, die den Fuss beim Laufen anhebt, können Beschwerden verursachen.

Welche Arten von Sehnenproblemen gibt es?
In der Regel handelt es sich entweder um unfallbedingte Sehnenprobleme – etwa, wenn man beim Sport umknickt und eine Sehne dadurch überlastet wird oder reisst – oder um chronische Erkrankungen. Letztere entstehen meist aufgrund einer Über- oder Fehlbelastung. Dadurch kann die Sehne gereizt oder geschädigt werden, was sich durch Schmerzen und Schwellungen bemerkbar macht. Bleiben die Beschwerden länger bestehen, kann es ebenfalls zu Sehnenrissen kommen.

Wer ist besonders oft von Erkrankungen der Sehnen betroffen?
Menschen, die viel sitzen. Durch mangelnde Bewegung kann sich dieWadenmuskulaturverkürzen und die Sehnen müssen stärker arbeiten. Sie stehen quasi unter Dauerstress, was Entzündungen begünstigt. Auch häufig betroffen sind Menschen, die Stopand- Go-Sportarten wie Handball oder Unihockey ausüben. Diese belasten den Fuss, und die Sportlerinnen und Sportler knicken häufiger um.

Wie werden Sehnenprobleme behandelt?
Meist ohne chirurgischen Eingriff. Bei Entzündungen durch Über- oder Fehlbelastung hat sich eine Physiotherapie mit Dehnübungen bewährt. Sind die Schmerzen akut und sehr stark, kann man den Fuss auch mit einem Gips ruhig stellen oder ihn entlasten, indem die Betroffenen eine Weile an Stöcken gehen. Eine Stosswellentherapie kann zudem helfen, Verklebungen rund um die Sehne zu lösen. Immer häufiger kommt auch die Eigenbluttherapie zum Einsatz, um die Selbstheilung zu fördern. Ihre Wirkung ist allerdings noch nicht abschliessend bewiesen. Eine Operation ist meist erst eine Option, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind.

Wie kann man Sehnenproblemen an den Füssen vorbeugen?
Wichtig sind regelmässige Bewegung sowie Dehn-, Kraftund Koordinationsübungen. Dadurch bleibt die Muskulatur beweglich, und das Risiko für das Umknicken sinkt. Tabletten oder Supplemente bringen keinen nachgewiesenen Nutzen.

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