«Wir brauchen immer Blutspenden»
Interview Jeanne Fürst und Fabienne Eichelberger, 14. Mai 2026
(Symbolbild: iStock)
In der Schweiz werden täglich über 700 Blutspenden benötigt. Der Experte Michael Zürcher erklärt, wer spenden darf und was mit dem Blut geschieht.

Michael Zürcher ist Spendearzt bei Blutspende Zürich.
Michael Zürcher, wer ist auf gespendetes Blut angewiesen?
Das meiste Blut wird für Krebspatientinnen und -patienten benötigt, weil sie selbst nicht mehr ausreichend eigenes Blut bilden können oder während einer Operation darauf angewiesen sind. Weiter benötigen Menschen, die am Herzen oder an Gefässen operiert werden oder denen ein Organ transplantiert wird, Blutspenden. Auch bei Geburtskomplikationen kann eine Bluttransfusion für die Frau oder das Baby notwendig werden. Zudem gibt es Krankheiten, bei denen Betroffene ihr Leben lang auf fremdes Blut angewiesen sind.
Sind in der Schweiz genügend Blutspenden vorhanden?
Die Menschen, die darauf angewiesen sind, können mit gespendetem Blut versorgt werden. Dennoch werden immer wieder neue Spenderinnen und Spender gebraucht.
Wer darf in der Schweiz Blut spenden?
Menschen, die zwischen 18 und 75 Jahre alt sind und mehr als 50 Kilogramm wiegen. Zudem müssen mehrere Kriterien erfüllt sein, um die Sicherheit der Empfängerinnen und Empfänger zu garantieren. Zum Beispiel darf man kein Fieber haben, sich in den vergangenen Monaten nicht in den Tropen aufgehalten haben und in den letzten vier Monaten nicht tätowiert worden sein.
Wo kann man Blut spenden?
In den Blutspendezentren oder bei mobilen Equipen. Die fahren in die Gemeinden und organisieren meist mit lokalen Samaritervereinen eine Blutspendeaktion. Auch an Schulen, Universitäten oder bei grösseren Firmen finden Blutspendeaktionen statt.
Kann ich mich auf eine Blutspende vorbereiten?
Wichtig ist, dass man vor der Spende viel getrunken und etwas gegessen hat. Sonst ist keine Vorbereitung nötig. Nach der Spende bekommt man zu essen und zu trinken, damit sich der Kreislauf erholt. In der Regel dauert dies knapp 20 Minuten. Danach kann man den Tag normal fortsetzen, bloss von grosser körperlicher Anstrengung ist abzuraten.
Was passiert mit dem gespendeten Blut?
Die Blutbeutel werden nach Blutgruppe sortiert und das Blut wird in drei Komponenten aufgeteilt: rote Blutkörperchen, Blutplättchen und Blutplasma. Diese Beutel werden fachgerecht gelagert und bei Bedarf an die Spitäler ausgeliefert. Das Blut wird zudem mit neuesten Verfahren zweimal auf Krankheitserreger untersucht. So ist die Sicherheit gewährleistet.



