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Schweizer Familie

«Stabile Knie sind wichtig für die Prävention»

«Stabile Knie sind wichtig für die Prävention»

Interview Jeanne Fürst und Fabienne Eichelberger, 26. Februar 2026

(Symbolbild: iStock)

Verletzungen beim Sport sind schnell passiert. Doch wer gezielt trainiert, kann das Risiko stark reduzieren. Bewegungswissenschaftler Jörg Spörri gibt Tipps.

Jörg Spörri leitet die sportmedizinische Forschung an der Universitätsklinik Balgrist.

Jörg Spörri, reicht es, sich vor dem Sport aufzuwärmen, um Verletzungen vorzubeugen?
Das Aufwärmen trägt wesentlich zur Verletzungsprävention bei. Es bereitet nicht nur den Körper auf die Belastung vor, sondern auch den Kopf. Dadurch kann beispielsweise die Reaktionszeit optimiert werden. Aber nebst dem Aufwärmen gibt es weitere Möglichkeiten zur Prävention.

Zum Beispiel?
Entscheidend ist etwa eine längerfristige Vorbereitung, um die körperliche Fitness zu fördern. Generell ist Prävention sowohl im Leistungs- als auch im Breitensport ein fortlaufender Prozess, der im Idealfall systematisch aufgebaut und sinnvoll gesteigert wird.

Gibt es Dinge, die sich Laien von Profisportlern abschauen können?
Ja, ein gutes Beispiel dafür ist das ISPA-Präventionsprogramm, das die Universitätsklinik Balgrist zusammen mit Swiss Ski entwickelt hat. Es handelt sich um ein 20-minütiges Heimprogramm mit Kräftigungsübungen, die wir ursprünglich für Nachwuchs-Skifahrer zusammengestellt haben. Dabei wird mit dem eigenen Körpergewicht gearbeitet, und die Übungen können auch von Breitensportlern mit einer guten Fitness ausgeführt werden.

Worauf sollten Laien bei der Verletzungsprävention generell achten?
Ein guter Aufbau ist wichtig. Es ist nicht sinnvoll, die Belastung zu schnell zu steigern. Wer noch nicht viel Bewegungserfahrung hat, dem rate ich, Fitnessübungen zuerst mit einer Fachperson durchzugehen, damit sie richtig ausgeführt werden.

Welche Muskeln brauchen besonderes Augenmerk?
Da im Sport Knie- und Kreuzbandverletzungen ein grosses Thema sind, sollten vor allem die Hamstring-Muskulatur – die Muskeln an der Rückseite des Oberschenkels – sowie die Hüftaussenrotatoren gestärkt werden. Das fördert die Stabilität des Knies und der Beinachsen, die von der Hüfte bis zum Sprunggelenk verlaufen. Ebenfalls wichtig ist eine gestärkte Rumpfmuskulatur, um eine Überlastung der Wirbelsäule zu verhindern.

Wie können Verletzungen weiter vermieden werden?
Mit der richtigen Ausrüstung. Dazu zählen etwa beim Skisport ein Helm und ein Rückenpanzer sowie eine jährliche korrekte Einstellung der Bindung. Nicht alle Verletzungen lassen sich allein durch gezieltes Training und umsichtiges Verhalten verhindern. Darum ist es essenziell, auch bei der Ausrüstung für Sicherheit zu sorgen.

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