Schweizer Familie

«Frühes Behandeln verbessert das Ergebniss»

«Frühes Behandeln verbessert das Ergebniss»

Interview Jeanne Fürst und Fabienne Eichelberger, 27. August 2026

(Symbolbild: iStock)

Narben stören nicht nur optisch, sie können auch Beschwerden verursachen. Moderne Methoden schaffen Abhilfe, sagt die Dermatologin Annett Härtel.

Annett Härtel ist Dermatologin und ärztliche Leiterin der Somamedica AG Schweiz.

Annett Härtel, machen Narben oft Probleme?
Die meisten Narben heilen gut ab, aber manche stören – etwa weil sie jucken, unschön aussehen oder die Bewegung einschränken. Grundsätzlich sollte das Ziel sein, Narben zu vermeiden. Zum Beispiel durch Schutz bei riskanten Sportarten oder den Verzicht auf unnötige ästhetische Eingriffe.

Welche Narben bereiten am meisten Beschwerden?
Ganz unterschiedliche: unter anderem solche durch Verbrennungen, Operationen, Tierbisse oder Akne. Besonders problematisch sind Narben an Stellen wie dem Brustkorb oder über Gelenken. Zudem ist die Narbenbildung bei jüngeren Patientinnen und Patienten häufig schlechter als bei älteren Menschen. Da deren Haut schlaffer ist, kommt es weniger zur Bildung von Wulsten.

Gibt es weitere Risikofaktoren für eine schlechte Wundheilung?
Ja, unter anderem das Rauchen, eine Mangelernährung, Durchblutungsstörungen sowie Immunerkrankungen. Wer weiss, dass er oder sie zu einer schlechten Narbenbildung neigt, sollte das seinem Arzt oder seiner Ärztin frühzeitig mitteilen.

Können Betroffene selbst etwas zu einer positiven Heilung beitragen?
Die Wunde von Anfang an gut pflegen. Es gibt gute Verbände, Silikon-Gels und Hydrokolloid-Pflaster, die die Wundheilung beschleunigen und das Risiko einer auffälligen Narbenbildung mindern. Auch sanftes Massieren der Narbe kann helfen. Zudem sollte sie nicht der Sonne ausgesetzt und zu sehr durch Dehnung gereizt werden.

Wenn das nichts hilft: Welche weiteren Möglichkeiten gibt es?
Eine bewährte Methode ist die Laserbehandlung. Sie glättet Narben, hellt Verfärbungen auf und regt die Bildung von Kollagen an, das für Elastizität und Feuchtigkeit der Haut sorgt. Ergänzend können seit kurzem sogenannte Exosome und Peptide das Abheilen unterstützen, indem sie auf die Narbe aufgetragen oder in die Haut gespritzt werden. Eine weitere Möglichkeit ist das Needling, durch das die Haut angeregt wird, die betroffene Stelle zu reparieren.

Verschwinden unschöne und schmerzende Narben dank dieser Methoden komplett?
Je früher die Behandlung startet, desto besser ist das Ergebnis. Darum ist es wichtig, bei störenden Narben rasch Hilfe bei einer Fachperson zu suchen. Dann kann die Narbe so abheilen, dass sie kaum mehr sichtbar ist und Beschwerden verschwinden.

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