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Schweizer Familie

«Meist sind Engstellen Grund fürs Schnarchen»

«Meist sind Engstellen Grund fürs Schnarchen»

Interview Jeanne Fürst und Fabienne Eichelberger, 8. Januar 2026

(Symbolbild: iStock)

Schnarchen ist nicht nur lästig, es kann auch die Gesundheit gefährden. Operative und konservative Massnahmen helfen dagegen, sagt der Facharzt Christoph Knaus.

Christoph Knaus ist Chefarzt HNO am Kantonsspital Baselland.

Christoph Knaus, aus welchen Gründen schnarchen Menschen?
Schnarchen ist sehr verbreitet. Von den über 50-Jährigen tun es etwa 60 Prozent regelmässig. Die häufigste Ursache sind Engstellen im oberen Atemweg. Übergewicht, Rauchen und Alkoholkonsum begünstigen das Schnarchen zusätzlich.

Wann wird Schnarchen zu einer Gefahr für die Gesundheit?
Hauptsächlich, wenn die Betroffenen durch das Schnarchen zu wenig Luft bekommen und die Sauerstoffsättigung sinkt. Das führt zu Weckreaktionen, bei denen Blutdruck und Herzfrequenz steigen. Diese Atemflussreduktion wird Hypopnoe genannt. Die gesteigerte Form ist die Apnoe. Dabei kommt es zu Atempausen, die bis zu einer Minute dauern können, was für das Herz-Kreislauf-System gefährlich ist.

Bemerkt man diese Atempausen?
Sie können so extrem sein, dass man aufwacht und um Luft ringt. Indirektere Anzeichen sind das Gefühl, dass der Schlaf nicht erholsam war, Tagesschläfrigkeit, morgendliche Kopfschmerzen, ein schwer einstellbarer Bluthochdruck sowie ein trockener Mund. Bei diesen Symptomen ist ein Besuch bei der Hausärztin oder dem Hausarzt ratsam.

Was geschieht, wenn Auffälligkeiten entdeckt werden?
Zunächst sollten Betroffene – wenn nötig – ihr Gewicht reduzieren und die Schlafhygiene verbessern. Hilft das nicht, folgt eine genaue Untersuchung bei einer Fachperson. Dabei werden unter anderem Sauerstoffsättigung, Atemfluss und Puls gemessen, der Atemweg beurteilt und anschliessend eine individuelle Therapie festgelegt.

Welche Möglichkeiten gibt es?
Sehr viele – sowohl konservative als auch operative. Erste Wahl unter den konservativen ist meist die Maskentherapie, bei der ein Luftstrom die Atemwege offen hält. Ebenfalls etabliert ist die individuell angepasste Zahnschiene, die nachts den Unterkiefer vorn hält. Wichtig ist, dass sie auf den Kiefer der Betroffenen angepasst wird und nicht einfach ein Standardprodukt im Internet bestellt wird.

Mit welchen operativen Therapien kann Schnarchen behandelt werden?
Je nach Engstelle im Atemweg kommen verschiedene Eingriffe infrage, etwa die Begradigung der Nasenscheidewand oder das Entfernen von Schleimhautwucherungen oder der Mandeln.

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